A man of many parts

Das Herkomer Museum


Die Ausstellung  befasst sich mit der äußerst komplexen Künstlerbiographie Hubert von Herkomers. Als einer der wichtigsten Porträtisten viktorianischer Zeit war er vielseitig begabt, ein Künstler zwischen Tradition und Moderne, ein zweisprachiger Kosmopolit, der sowohl in Bayern wie in England Heimat gefunden hatte. Für Herkomer war dies kein Widerspruch, sondern aufgrund seiner enormen Schaffenskraft und seines kreativ vielseitigen Naturells Anregung und Lebenselixier. Folgerichtig ist die neue Ausstellung mit dem Titel "A man of many parts" überschrieben, was man übersetzen könnte mit "Ein Mann mit vielen Talenten".

Herkomer vermag eine Gesellschaft der Jahrhundertwende zu repräsentieren, die tiefgreifend im Umbruch und im Unruhe-Zustand war. Industrielle Revolution, neue Produktionsformen, technische Erfindungen und wachsende Mobilität entfachten Begeisterung, aber auch Kritik, Ängste und gegenläufige Bewegungen, wie die Rückbesinnung auf traditionelles Handwerk. Zwischen diesen Polen bewegte sich Herkomer und mit ihm eine ganze Epoche.

Die Besonderheit des Sammlungsbestandes der Herkomerstiftung gründen auf ihren Charakter als privater Nachlass. Mit Stiftungsgründung 1929 übereignetet Herkomers Witwe Margaret neben Gebäuden, Gemälden und Kunstwerken viele persönliche Dinge der Familie Herkomer, die zu den Glücksfällen der Sammlung zählen: die Medaillen und Auszeichnungen Herkomers etwa, seine Kinderzeichnungen, die erkennen lassen, dass Herkomer bereits mit acht Jahren ein geübter Zeichner war. Oder Margarets Fächer, den Herkomer selbst gestaltete und von prominenten Besuchern wie Richard Strauß oder Bayreuth-Dirigent Hans Richter unterschreiben ließ.

Schluss und Höhepunkt des Ausstellungsrundgangs ist der Mutterturm selbst: durch den Übergang, den Herkomer 1909 zwischen Wohnhaus und Turm errichten ließ, kommt der Besucher in das außergewöhnliche Denkmal des Historismus: ein begehbares Exponat, das den Besucher mit seiner weitgehend erhaltenen, originalen Ausstattung in eine andere Zeit versetzt.

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